km 4058: Bericht der Reise 2013

Tag 1 / 25.07.2013 / ca 45 km / Freunde besuchen in Bronnen

Heute ging es sehr gemäßigt los, ich besuche Freunde in Bronnen (Waal). Dort übernachte ich in einer Kota auf Fellen – der Urlaub kann beginnen :-)

GPS-Auswertung

 

Tag 2 / 26.07.2013 / ca 185 km / Anfahrt zum Bodenseetreffen

Mit Henning war ich um 10:30 in einem Wald auf einem Hügel bei Erkheim verabredet. Auf dem Weg begegnete ich dieser wirklich beachtlichen „Distelkönigin“

Distelkoenigin

Ich hätte einerseits die Bundesstraße den Hügel hochfahren können, habe mich aber für eine „Abkürzung“ über Nebenstraßen entschieden. Leider war der Waldweg nicht ganz so befestigt, wie erhofft:

Waldweg

Aber es kam noch schlimmer – zur Bundesstraße und unserem Treffpunkt musste ich noch über ein kleines Bächlein…

Bach

…und die Böschung hinauf:

Boeschung

Aber dann auch gleich Henning gut versteckt gefunden, noch etwas zusammen gefrühstückt und los gings Richtung Bodensee. Anfangs gab es Probleme mit Hennings Käppi: Dieses Miststück flog mehrmals vom Kopf – einmal hielt sogar ein netter Autofahrer und brachte es mit:

KaeppiKaeppiDetail

Unterwegs trafen wir noch den leider liegengebliebenen (äh… also mit Panne) Thomas C mit einem geliehenem knall-neon-roten Evo-K – ein Speichenschutznippel hatte gefehlt und so gab es immer wieder Plattfuß. Seine Frau war bereits auf dem Weg, so fuhren Henning und ich weiter und kamen gegen 16:30 Uhr am Campingplatz in Laimnau an.
Ich war mit „etwas“ mehr Gepäck als Henning unterwegs, deswegen (und nuur deswegen!!! ja, genau!) war ich nicht sehr flott die Hügel hoch unterwegs.

Dann gings noch nach Bregenz ins Hafenlokal, wo bereits eine große Meute an Velomobilen/Trikes/Liegerädern  und dessen Fahrern eingetroffen waren. Von dort dann wieder zurück zum Campingplatz.

GPS-Auswertung

 

Tag 3 / 27.07.2013 / ca 250 km / Ausfahrt Bodenseetreffen zum Walensee

In der Früh – aber doch zu spät fuhr die Truppe vom Campingplatz zum Treffpunkt am Rathaus von Dornbirn. Immer wieder schön, früh am Morgen entlang der Promenade vom Bodensee zu „rauschen“:

Bodensee

Von dort fuhr dann die wirklich beachtlich große Gruppe an Velomobilen, Trikes und Liegerädern nach Bangs zum Mittagessen. Nach langem Überlegen – und naivem Übermut (wollte ja am nächsten Tag 200km über den Schwarzwald fahren) – habe ich mich dort entschieden bei der „schnellen Gruppe“ mit zum 45 km entfernten Walensee in der Schweiz zu fahren. Die Entscheidung habe ich nicht bereut. Ich konnte gut im Mittelfeld mithalten und habe mir so „Mut angefahren“, dass ich auch die harte Schwarzwald-Etappe am nächsten Tag schaffen würde. Hier ein üblicher kleiner Stop zum Warten auf die Nachzügler bzw auf unseren geübten und super Tourenguide „Sunny Werner“:

Warten

Auch konnten wir beeindruckende Gewitterwolken in der Ferne beobachten

Gewitter

Am Abend nach einem gemeinsamen Besuch im Restaurant bzw Biergarten in Dornbirn ging es wieder zum Campingplatz, wo ich um ca 1 Uhr morgens dann eingeschlafen bin.

(Kein GPS aktiv gehabt)

 

Tag 4 / 28.07.2013 / ca 190 km / Über den Schwarzwald zu Roman

Um 3:30 – also nach ca 2,5 Stunden Schlaf – bin ich aufgewacht, wach genug. Alles zusammen gepackt und so startete die Schwarzwaldetappe um 4:15, ca 200 km mit einigen Höhenmetern vor mir. Die Abfahrt zum Bodenseeufer lief gut, dennoch auch etwas verfahren. In Ludwigshafen (am Bodensee) den ersten Zwischenstop fürs Frühstück. Ab hier beginnen nun die Hügel und Berge. Steile und/oder lange Anstiege wurden mit gigantischen Aussichten belohnt:

Aussicht

Bei einer Pause in Hammereisenbach hielt ein ortskundiger Rennradfahrer und empfahl mir eindringlichst durch das Urachtal zu fahren zur „Kalten Herberge“ auf der Wasserscheide. Ich hatte die Route bereits daheim als Alternative in Betracht gezogen und entschloss mich kurzerhand diese Variante zu fahren.

Das Urachtal ist wirklich wunderschön.

Urachtal

Die Anstiege kilometerlang. Wenn es besonders steil und/oder „bitter“ wurde, machte ich mir Mut mit dem Vorstellung „Der härteste Teil kommt erst noch!“ – womit ich leider recht behalten sollte, später mehr dazu. Lustig war, dass bereits seit langer Strecke (ca 50km!) ein Traktor und ich uns ein Rennen lieferten – er war konstant mit ca 20km/h unterwegs und holte mich immer an Anstiegen ein, ich ihn wiederum in der Ebene und Abfahrten. Aber im Urachtal „gewann“ er schließlich und ward nicht mehr gesehen.

Video – bergauf im Schwarzwald

Schließlich, ziemlich erschöpft, kam ich mittags auf der Wasserscheide an und genoß eine schöne Pause in der „Kalten Herberge“ bei sehr gutem Essen.

Kalte_Herberge

Ich wusste, dass es ab jetzt erstmal nur bergab geht, so bereitete ich die Bremsschirme vor, die mir dann auf der folgenden kilometerlangen Abfahrt ins Wolfloch und Hexenloch tatsächlich gute Dienste leisteten.

Video – bergab im Schwarzwald mit Bremsschirmen

Am Hexenloch zum Bremsen abkühlen lassen:

Hexenloch

Und ständig hatte ich mich angespornt mit „Das schlimmste kommt noch“ – tja und dann kam es. Der Berg hinauf nach Freiamt war so steil (18%), dass ich schieben musste – über mehrere km. Immerhin kühlte ein durchziehender Regen gut ab.

Aber letztendlich kam ich gegen 17:30 in Freiamt beim Grossvater Roman an.

Roman

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Tag 5 / 29.07.2013 / ca 275 km / Auf zur Eurotour Plan B

Am Morgen startete ich wieder bereits um 5:30. Ich hatte nun 2 Tage um nach Köln zu kommen, um die Eurotour zu erwischen. Ich wollte nach Möglichkeit allerdings bereits so weit wie möglich nach Koblenz kommen, um am nächsten Tag bereits die Gruppe „abzufangen“. Die Fahrt zum Rhein und auf der französischen Seite war wirklich wunderschön. Flach, wenig Verkehr, es rollte gut bei ca 35 bis 40 km/h.

Auch kam ich bei „Marle(e)n“ unter der Laterne vorbei.

Marlen

Einen ersten längeren Stop legte ich in Mothern ein.

Mothern

Ich hatte mich entschlossen nicht am Rhein entlang zu fahren sondern „direkt“ durchs Rhein-Wein-Gebiet… oh Mann, die haben da mehr Höhenmeter als die Schwarzwälder.

Einen weiteren Stop machte ich auf einer Anhöhe nach Offstein auf der Höhe von Worms in etwa:

Treffen sich zwei UFOs bei Mannheim. Sagt das eine zum anderen: „Du, ich bin gar kein UFO.“ Sagt das andere: „Macht nix, ich auch nicht.“

UFOs

 

Zudem habe ich mich verleiten lassen bergauf auf einer Bundesstraße auf einen Radweg auszuweichen, was ich mit einem Kilometerumweg bezahlen durfte. Immerhin kam ich an einem „Gedenkmast“ für irgendeine/irgendwelche „Rot Liegende“ vorbei

Rot_Liegende

Und nun habe ich begonnen zu kämpfen. Ich wollte unbedingt so weit wie möglich kommen. Der Schwarzwald steckte mir noch in den Knien, die Hügel vom Rheinland waren einfach nur gemein. Immerhin hatte ich es bis nach Bingen geschafft. Nun war ich am Rhein. Es war 21 Uhr, wollte ich noch etwas zu essen, musste ich bald eine Bleibe finden – „Beim nächsten Campingplatz halte ich an.“

275 km waren es nun. Und tatsächlich ein kleiner Campingplatz, direkt am Rhein. Mir wurde gesagt, wo ich das Zelt aufstellen könne und so rollte ich langsam in die Ecke. Aus dem Augenwinkel entdeckte ich vermeintlich zwei Velomobile, dick behangen mit Klamotten. Was?!? 2 Velomobile hier? Nein, das kann nicht sein. Einbildung. Zu viel Sonne. Zu viele Kilometer. Und vor allem zu viele Höhenmeter. Das sind 2 Baumstümpfe oder Motorräder oder sowas.

rheinvms

Also rollte ich weiter, aber es war kein Platz mehr direkt am Rhein. Ein wirklich winziger Campingplatz. Also zurück…  und tatsächlich: Es *SIND* 2 Velomobile!!! Unglaublich!!!! Nicht, dass es dort am Rhein alle 3 km einen Campingplatz gibt… und wir drei entscheiden uns für den selben :)

Velomobile

Stellt sich heraus, es sind Olaf und Malise, auf dem Weg von Utrecht nach Stuttgart in 2 selbstgebauten Pappmachee-Velomobilen! Infos zu den VMs

Ich bekam noch ein dickes Abendessen von den sehr netten Campingplatzbetreibern (Marienort) und Malise, Olaf und ich quatschten noch ein Bisschen, verabredeten uns für den nächsten Morgen. Mein Zelt konnte ich direkt am Rhein aufstellen.

GPS-Auswertung

 

Tag 6 / 30.07.2013 / ca 185 km / Schnelle Eurotour Plan B

 Rhein

Am nächsten Morgen habe ich noch ein paar Bilder von den Velomobilen und uns gemacht.

Pappmachee_VMPappmachee_VM2

Olaf_Malise

Und pünklichst um 8 Uhr verabschiedeten wir uns auf dem Radweg, die beiden Richtung Süden nach Schduddgard, ich Richtung Norden nach Koblenz. Dank hervoragendem Radweg und Bundesstraße durch die wunderschöne Loreley und Rheingegend kam ich in Koblenz bereits 2 – 3 Stunden später an.

Video – Entlang dem Rhein mit gut 40 km/h

In Koblenz traf ich nach etwas Hin-und-Hertelefonieren (Danke an Jörg & Jupp!) schließlich die „schnelle Gruppe“ (Wilfred, Hans und Jupp) , der ich mich anschloss zum Eisessen.

Schnelles_Eis

Mit Wilfred ging es am Nachmittag zum Campingplatz, wo nach und nach die Eurotour-Plan-B-Mitfahrer eintrafen.

Eurotour_PlanB

Dort habe ich auch viele nette Bekannte wieder getroffen und neue kennengelernt.

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Tag 7 / 31.07.2013 / ca 60 km / Nach Bonn zu Andy und Terry

Mit der Eurotour bin ich noch bis zum Kölner Dom mitgefahren.

Koelner_Dom

Dort habe ich mich verabschiedet, erstmal Frühstücken ins „Wippn’BK“, und dann gemütlich nach Bonn zu Andy und Terry. Dort war Kindergeburtstag und wir hatten einen entspannten Nachmittag und Abend.

Auf dem Weg zurück nach Bonn – nun ohne den super (und lokalen) „Tourguide“ Jupp, blieb ich einmal buchstäblich hängen – musste umdrehen und über die Straße fahren.

Kein_Durchkommen

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Tag 8 / 01.08.2013 / ca 120 km / Nach Mülheim an der Ruhr

Nach einem kurzen Abschiedsfoto brach ich um 7:30 auf Richtung Mülheim.

Andy_Terry

120 km dachte ich wären ja Peanuts im Vergleich zu den bisher gefahrenen Distanzen, aber ich war nun doch schon ziemlich ausgepowert und so war es doch nicht ganz unknackig. Und so habe ich auch noch 35 km vor dem Ziel noch eine längere Pause an einem schönen See eingelegt – das war gut so, denn anschließend gab es nochmal richtig Anstiege.

Unterbacher_See

Aber abends gegen 17:30 kam ich dann doch gut am Ziel an.

Hier sind nun bis zum 03.08.2013 erstmal Familientreffen und Feiern, also Relax- und Regenerierungszeit. Den Eltern habe ich bei der Gelegenheit gleich mal ca 3kg (überflüssiges) Gepäck mitgegeben ;-)

Mein Cousin in einem „Morphsuite“:

DSC_0118

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Tag 11 / 04.08.2013 / ca 175 km / Zu den Externsteinen

Die fahrfreie Zeit habe ich nun gleich mal genutzt, die Reifen aufzupumpen. Ich bin in diesen Dingen etwas nachlässig. Tja, aber als ich festgestellt habe, dass ich die bisherige Tour mit Reifen „fast platt“ (links vorne: 1,5 Bar!) gefahren bin, war mir klar, warum das Quest nicht gut rollte… Ok, 7,5 auf die vorderen, 5,5 aufs Hinterrad. Und es rollt. Und die B1 zwischen Dortmund und Paderborn ist einfach der Velomobil-Hit. Breiter sauberer Seitenstreifen, damit die Autos gut Überholen können und es rollt. Hatte da meistens 45 bis 55 auf dem Tacho.

Der Wasservorrat ging zu Ende, also „Tankstop“ an einer Tankstelle. Beim Ausklicken – oh Schreck – der rechte Schuh klickt nicht aus. Eine Cleat-Schraube verloren, keinen Ersatz dabei. Aber die netten Leute von der Tankstelle/Werkstatt fanden tatsächlich eine passende Ersatzschraube, die wunderbar gehalten hat!

Zum Schluß hatte ich noch eine ordentliche Steigung vor mir… mit einer kurzen Pause auf einem Modellflugplatz als Zwischenstop – wow, die „Modellflieger“ sind fast schon Maßstab 1:1 mittlerweile! – war aber auch diese geschafft und ich kam bei den umwerfend beeindruckenden Externsteinen an:

Externsteine

Auf Bildern und so sehen sie schon ganz interessant aus, aber halt wie Felsen – für „Spürige“ ist es aber ein wahrlich magischer Ort, es lohnt sich eine Reise dorthin!

Dort lernte ich dann eine nette Dame kennen, gemeinsam übernachteten wir an der „Feenwiese“ in einer sternklaren, Sternschnuppen-schwangeren Nacht.

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Tag 12 / 05.08.2013 / ca 80 km / Nach Lauenau

Sonja

Am nächsten Tag haben Sonja und ich noch etwas die Steine und Wälder erkundet. Aber mittags wollte ich nun weiter nach Lauenau, um wie vereinbart meine Tante Barbara zu besuchen.

Unterwegs kam ich durch Bad Münder, als plötzlich mitten im Verkehr jemand rief „Mathias!!! Warte mal!“… Da hatte mich Markus (madeba) erkannt, der mir erst kurze Zeit vorher netterweise seine Bremsschirme über das velomobilforum.de verkauft hatte. „Zufälle“!. Nach einem kurzen Plausch gings dann weiter über eine von Markus empfohlene Hinterlandalternative – Danke! Die war wirklich spaßig, ein klassischer „VM-Rollercoaster“.

Spät nachmittags kam ich in Lauenau an, wurde freudig von meiner Tante, Cousine und Cousin und in Empfang genommen. Nach leckerem Nudelessen und anschließendem Eisessen ging es dann spät ins Bett und in der Nacht wachte ich einmal kurz von den heftigen Gewittern auf.

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Tag 13 / 06.08.2013 / ca 175 km / Nach Witzenhausen

Die Gewitter waren verflogen, wieder schönstes Wetter am Morgen. Und so ging es nach Witzenhausen. Dort besuchte ich das Cafe „Transition Town Witzenhausen“. Am Nachmittag baute ich mein Zelt auf dem schönen Werra-Campingplatz auf und fuhr ins wenige Kilometer, aber von einem beachtlichen Hügel entfernte Birkenfelde um meinen Großvater Gregor zu besuchen:

Gregor

Dort gab es zu Abendessen regionalen Hack, Wurst und Brot. Zum Einbruch der Dunkelheit machte ich mich wieder auf den Rückweg zum Campingplatz, dieses Mal aber über die Höhenmeter-ärmere Bundesstraße.

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Tag 14 / 07.08.2013 / ca 80 km / Nach Thamsbrück

Heute war Besuch von einer weiteren Tante in Thamsbrück angesagt. Nach dem Frühstücksstop in Bad Heiligenstadt fand ich ein Fahrradgeschäft, bei dem ich meine Cleats erneuern konnte. Auf dem Weg dann später weiter zur Tante verfuhr ich mich in einem kleinen Ort und entdeckte diesen wunderschönen Innenhof in einer Seitenstraße:

Innenhof

Bei der Tante wurde gut Essen gegangen und anschließend haben wir uns noch den bald fertiggestellten Pferdestall angeschaut.

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Tag 15 / 08.08.2013 / ca 275 km / Auf nach Süden!!!

Bis spät in die Nacht hatte ich die Route geplant, viele Umwege für Höhenmeterersparnis eingebaut, trotzdem sind es 2500 erklommene Meter geworden. Ich wollte so viele Kilometer wie möglich schaffen um am nächsten Tag so früh wie möglich am Campingplatz in Rießbürg anzukommen.

Unterwegs kam ich an Kieswerken (die sind nur in der Nähe, bei dem Foto handelt es sich um „Monte Kali„, danke Andreas!) vorbei, die außerirdisch aussehen:

Kieswerk

Auch wurde mir in Heringen in einem Cafe beim Frühstück von einem netten Rentner angeboten meine Route zu überarbeiten anhand DDR-Karten von 1980. Ich lehnte freundlich ab.

Sehr hübsch gemacht – dafür zahle ich gerne „Solli“:

Video – schmale Landstraße mit Fahrradstreifen

Abends folgte mir auf der Landstraße ein weißer BMW, naja, kommt ja immer mal wieder vor, Neugierige… Um ein schönes Sonnenuntergangsbild zu machen hielt ich an, der BMW auch hinter mir. Ein junger Mann und eine junge Dame stiegen aus. „Polizei! Bitte erklären sie uns Ihr Gefährt.“ „Das ist ein Fahrrad.“ „Aber… mit Motor? Sie sind die ganze Zeit laut Tacho 50 gefahren…“ „Wenn es bergab geht fahre ich auch 70, 80 oder 90 damit… bis 65 kann ich mittreten.“ „Und das hat wirklich keinen Motor?“ „Nein, Aerodynamik und Bumms in den Beinen.“ „Oh, dann hatte meine Kollegin tatsächlich recht, dass es ein Fahrrad ist!“.

Habe den beiden wirklich netten noch alles genau erklärt, sogar den „nicht-StVO-konformen“ Blinker vorgeführt – Reaktion: „Aber das ist doch super!“. Wünschten mir noch eine gute Fahrt und ich konnte nun die schönste Aufnahme der Reise machen:

Sonnenquest

Es wurde immer später und dunkler, die Anstiege in den Dörfern immer steiler, 275km auf dem Tageszähler, ich konnte nicht mehr. Also kurzerhand in die nächste Wiese abgebogen, Zelt aufgebaut und schlafen gelegt.

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Tag 16 / 09.08.2013 / ca 130 km / Rothenburg ob der Tauber und Rießbürg

Am nächsten Morgen waren es noch 40km bis Rothenburg, ein wahrlich mittelalterliches Städtchen. Ein Spaß über das Kopfsteinpflaster zwischen den Touristen hindurch zu „bollern“ (so klingt das Quest bei Kopfsteinpflaster). In einem Touri-Cafe ordentlich (und teuer) gefrühstückt, ein bisschen Altstadt-Sightseeing gemacht…

Rothenburg

Am Nachmittag kam ich dann am Campingplatz an. Nach und nach trudelten die Ex-Alchera/Arindal (waren MMORPGs)-Kollegen ein. Die zwei Tage verbrachten wir mit Grillen, Frisbee, Kubb usw.

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Tag 18 / 11.08.2013 / ca 125 km / Über Augsburg wieder nach Hause

Am Sonntag ging es nach dem Frühstück Richtung Augsburg, eine weitere Tante besuchen. Auf dem Weg dorthin hatte ich noch etwas Zeit, die ich nutzte am Lech zu schwimmen (Kamera war verschmutzt):

Lech

Nach einem schönen Abendessen ging es nun noch die letzten 40km direkt nach Hause – und ich bekam noch eine schöne Verabschiedung mit einem schönen Sonnenuntergang:

Ende

GPS-Auswertung

 

Fazit

  • Es wurden 2367km in 18 Tagen, durchschnittlich also ca 130km/Tag oder auch ca 5km/h.
  • Reifendruck kontrollieren lohnt sich.
  • Das Quest ist sehr robust, selbst „Downhill-ähnliche“ Schotterpisten-Abfahrten bei ca 40km/h hat es überlebt.
  • Marathon Greenguard rollen vielleicht nicht so toll, aber nun seit mehr als 4000km kein einziger Platten, trotz Schotterwege, Baustellen, Glasscherben, Bordsteinkanten…
  • Mit einem Velomobil kommt man durch jede gesperrte Ortsdurchfahrt durch.
  • Erstaunlich wie viel man essen kann – und trotzdem abnimmt, wenn man so eine Tour macht.
  • Körperliche Beschwerden waren etwas wunde Füße von zu locker geschnallten Klick-Sandalen und ab dem 4. August hatte ich oft die rechte Achillessehne schmerzlich gespürt. Aber nichts, was am Weiterfahren hindern würde. Außerdem schüttet der Körper beim Fahren so viele Glückshormone aus… da sind Wehwehchen plötzlich nicht mehr so wichtig.
  • Mittlerweile darf auch bei alltäglichen Fahrten beim Tacho vorne eine „4“ stehen – und die „5“ wird häufiger.
  • Danke für all die netten Begegnungen mit meinen Verwandten, Freunden, Bekannten und neuen Bekanntschaften!
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5 Antworten auf km 4058: Bericht der Reise 2013

  1. ludwig sagt:

    ah du warst das in bronnen.
    hat sich bis zu mir rumgesprochen – ich bin da jeden dienstag zugange.
    (das gelbe a3 vom velomobiltreffen bei ffb…).

  2. Sesam2103 sagt:

    Hallo Mathias,
    Hut ab Du gibst ja ordentlich Gas. Freue mich schon auf die Fortsetzung des Tourenberichts.
    Am 9.8. startet meine Tour in Dronten.
    Gruß
    Armin

  3. Roland Metzler sagt:

    Hallo Matthias

    Ein sehr schöner Bericht und Hut ab vor deiner Leistung.

  4. Hallo, Matthias,

    imposante Reise und schöner Bericht. Nur die Stelle mit den »Kieswerken« bei Heringen an der Werra solltest du ändern: das ist der berühmte »Monte Kali«, hat also mit Kies nichts zu tun. :-)

    Gruß,
    Andreas

  5. Jupp sagt:

    Sehr schöner Bericht — weckt Fernweh. Vielen Dank für Text, Bilder und Filme.
    Es war mir eine Freude, Dich durch meine Gegend zu lotsen. Hättest bis Zons mitfahren können; Hans und ich sind danach mit Volldampf wieder Richtung Bonn gerauscht.

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